Steffen Seibert – Verräter des unabhängigen Journalismus?

Viele politische Entscheidungen sind in den letzten vier Wochen unbemerkt oder kaum beachtet im Schatten der Fußballweltmeisterschaft getroffen worden. Eine politische Neuheit konnte jedoch auch das Finalwochenende nicht verdrängen: Der ZDF-Journalist und Moderator Steffen Seibert wird nach der Sommerpause der neue Regierungssprecher von Angela Merkel. Das die Personalie trotz Finalspiele soviel Beachtung gefunden hat, dürfte der Überraschung geschuldet sein, die sie auslöst.

Gehässige (etwa bei twitter) konnten sich nicht verkneifen anzumerken, dass Steffen Seibert nun letztlich offiziell das wird, was er beim als ZDF-Journalist schon seit Jahren inoffiziell war. Auch wenn das mit Sicherheit nicht dem neuen Regierungssprecher gerecht wird, so legt auch diese Anmerkung den Punkt in eine alte Wunde: Sind die Journalisten von ARD und ZDF wirklich unabhängig? In diesem Zusammenhang fällt der politische Machtkampf um die Besetzung des ZDF-Chefredakteurs im letzten Jahr ein.

Beim ZDF scheint der Wechsel als Verrat des unabhängigen Journalismus angesehen zu werden. Die Kollegin Maybritt Illner ist entsetzt und der Chefredakteur kann seinen Ärger kaum verbergen. Der Wechsel eines Journalisten zum Posten des Regierungssprechers könnte vom Verständnis nicht gegensätzlicher sein zum freien Journalismus. Doch gibt es diesen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk wirklich? Gerade wenn es um die Spitzenpositionen geht, die Steffen Seibert künftig hätte bekleiden müssen, geht es ohne politischen Klüngel und Proporz nicht. Also kein Verrat sondern mutiger Schritt?

Steffen Seibert ist viel Glück zu wünschen bei seiner neuen Aufgabe, die genauso schnell beendet sein könnte, wie sie begonnen hat. Ein Weg zurück zum ZDF scheint dann jedoch ausgeschlossen, denn der Sender muss nun erstmal an seiner eigenen Glaubwürdigkeit arbeiten.

Merkels Versprecher: Lieber Roland Kotz

Es ist eigentlich zu unglaublich um wahr zu sein. Erst dachte ich ein gelungener Zusammenschnitt, denn so klingt es fast. Aber es war wohl tatsächlich ein Versprecher. Angela Merkel versprach sich am Ende ihrer heutigen Rede, als es um ihren stärksten Vize ging und nannte ihn Roland Kotz worauf sie sich anscheinend schnell verbesserte. War es wirklich nur ein Versprecher oder gar ihr Spitzname für den hessischen Ministerpräsidenten?

Barack Obama bei David Letterman

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama war gestern Abend in der Late Show von David Letterman. Die Late Show ist das Vorbild für die ehm. Harald Schmidt Show (in der Schmidt Letterman und das Konzept gnadenlos abgekupfert hat).

Barack Obama sprach in der Sendung über die Vorwürfe, die ihm von den Republikanern gemacht wurde, dass er Sarah Palin mit einem Schwein mit Lippenstift verglichen hätte. Der smarte Kandidat fühlte sich im Sessel von Letterman sichtlich wohl und reagierte geschickt auf die Fragen des Entertainers. CBS hat den Ausschnitt als Video bereitgestellt (der hoffentlich auch aus Europa funktioniert). 

Man stelle sich Angela Merkel oder Frank-Walter Steinmeier  bei Harald Schmidt vor (ich frage jetzt nicht, wer da das Schwein mit Lippenstift sein könnte). Die Auftritte von Gehard Schröder bei Wetten Dass?? hatten die Nation schon schwer erstaunt. Ein solcher Auftritt ist im deutschen Fernsehen daher unvorstellbar. Dabei war er unterhaltsam, harmlos und zeigte doch eine menschliche Seite des Kandidaten

Deutschlands mächtigstes Dekolleté

Als große Opernkennerin war es eigentlich nicht verwunderlich, dass Frau Merkel als Ehrengast zur Eröffnung von Oslos neuem Wahrzeichen und Opernhaus eingeladen wurde. Das Auftreten der Kanzlerin stahl aber dem Anlass die Show. Erstmal zeigte sich Angela Merkel in einem Abendkleid der Haute Couture mit breitem Dekolleté. Nach den Schweißflecken von Bayreuth beherrscht das Dekolleté heute die Presse.