Sind Politikerinnen stets schlechte Verliererinnen?

Die provokante Frage drängt sich auf, wenn man sich in der politischen Landschaft in Europa und der Welt umschaut. In Deutschland hat Andrea Ypsilanti eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch mit dem Rücken zur Wand und der Pistole an der Schläfe nicht bereit ist einzugestehen, dass sie die Wahl, ihr Ansehen und ihre (Stamm-) Wähler verloren hat. 

In den USA drückte Hillary Clinton aus Hilflosigkeit vor ihrer möglichen Niederlage als Präsidentschaftskandidatin auf die Tränendrüse und Sarah Palin beschwerte sich nach der Wahl über den unfairen Umgang mit ihr.

In Frankreich ist Ségolène Royal zum wiederholten Male die schlechte Verliererin. Diesmal ging es zwar nur indirekt um die Präsidentschaft, denn sie verlor im Kampf gegen Martine Aubry mit 42 Stimmen um den Parteivorsitz der Sozialisten. Anstatt die knappe Niederlage zu akzeptieren forderte sie einen nicht vorgesehenen dritten Wahlgang was nun dazu führt, dass die Parteigremien zur Überprüfung eingerufen wurden (Parteichaos und offene Grabenkämpfe scheinen derzeit übrigens auch ausgesprochen sozialistische Tugenden zu sein).

Können Politikerinnen tatsächlich keine Niederlage eingestehen, oder kommt es durch die Medienfixierung nur so vor?

1 Kommentar

An Diskussionen teilnehmen.

gonsior
23. November 2008 um 08:31

Frauen haben generell mit allem Probleme, Politik stellt da keine Ausnahme dar. Was mit „Medienfixierung“ gemeint sein soll, bleibt unklar; allgegenwärtiger (und abartiger) Feminismus ist hingegen ein unbestreibares Fixum in den Medien. Zum Spaß erinnere ich noch an den charaktervollen Abgang von Heide Simonis, sinngemäß: „Ich weiss nicht, wer dafür verantwortlich war, aber es war mit Sicherheit ein Mann“.