Safari Reader: Apple sagt Werbebannern in Onlinemedien den Kampf an

Es wurde schon kurz vor der gestrigen Keynote von Steve Jobs über eine Vorstellung des neuen Safari 5 Browsers spekuliert. Neben einem Geschwindigkeitszuwachse, erweitertem HTML5 Support und Bing als Suchmaschine wurde auch über ein völlig neues Feature spekuliert: den Safari Reader.

Nicht klar war, ob es sich dabei um einen RSS-Reader oder etwas völlig neues handelt. Die mit Spannung erwartete und verfolgte Keynote von Steve Jobs brachte aber „nur“ ein neues umwerfendes iPhone 4 und neue Software für das iPhone (und iPad). Safari 5 erwähnte der Apple CEO mit keinem einzigen Wort.

Aber Safari 5 kam dann doch. Ohne große Ankündigung, es stand wenige Stunden nach der Keynote zum Download bereit mit den zuvor kolportierten Features. Der Safari Reader entpuppt sich als Anzeigemodus für Artikel. Safari erkennt automatisch, wenn man sich auf einer Webseite mit einem längeren Artikel befindet. Egal ob Blog oder Onlinenews wie spiegel.de, stern.de oder FAZ.net. Mit einem Klick wird der Artikel mit seinem wesentlichen Inhalt wie eine Buchseite dargestellt. Lästige Werbeeinblendungen die den Lesefluss unterbrechen, werden ausgeblendet.

Damit hat Apple einen grandiosen Weg gefunden um ein angenehmes Lesen von Online-Artikeln zu ermöglichen, ohne das Werbebanner geblockt werden und so Klicks reduziert werden. Ich befürchte trotzdem, dass (deutsche) Verlage, die sich mit dem Geld verdienen im Internet eh schwer tun, auch dies als Angriff auf ihr Geschäftsmodell sehen werden und in den nächsten Stunden oder Tagen heftig kritisieren werden.

Hier ein paar Beispiele der aktuellen Topbeiträge (faz.net, stern.de, spiegel.de und zum Vergleich nytimes.com):

2 Kommentare

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rmf
8. Juni 2010 um 08:55

Dieser Artikel ist anscheinend zu kurz für den Reader … hm …

yoyoblog
8. Juni 2010 um 13:03

Gibt es auch für andere Browser: http://lab.arc90.com/experiments/readability/