Great work

You’ve got to find what you love. And that is as true for your work as it is for your lovers. Your work is going to fill a large part of your life, and the only way to be truly satisfied is to do what you believe is great work. And the only way to do great work is to love what you do.
Steve Jobs

Do you wanna grab a coffee?

Das amerikanische Fernsehen oder besser gesagt die amerikanische Medienlandschaft hat schon manch Kuriosum und unzählige Tiefpunkte hervorgebracht. Aber hin und wieder findet man darunter wahre Perlen der Unterhaltung, die man sich auch in Europa wünschen würde.

Man stelle sich folgendes Format vor:

Ein bekannter Kabarettist  bzw. Comedian fährt in (s)einem Auto durch die Stadt, ruft spontan einen Kollegen an und lädt ihn auf einen Kaffee ein. Er holt ihn ab und sie fahren zum nächsten Café.

Klingt langweilig? Bei der Vorstellung an deutsche Comedians eine eher unerträgliche Vorstellung? Nun… in den USA ist der Comedian natürlich Jerry Seinfeld und damit eine größere Garantie für feinen Humor. Die Autos sind gepflegte Oldtimer und das Ganze ist mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Die Gäste? Schauspieler und Comedians wie Alec Baldwin oder Ricky Gervais. Das Ergebnis sind unterhaltsame Interviews mit dem Titel „Comedians in Cars getting Coffee„.

Hier eine Preview:

Ein Leben ohne Google…

Morgen, am 1. März 2012, treten die neuen Datenschutzbestimmungen für alle Google Dienste in Kraft. Durch diese neuen zentralen Datenschutzbestimmungen soll der „Wildwuchs“ zwischen den einzelnen Diensten gestutzt werden. Das gleiche „Datenschutzniveau“ soll künftig für alle Dienste gelten. Das alleine ist nicht verwerflich. Europäische Datenschützer laufen jedoch Sturm, weil Google gleichzeitig die Daten aller Dienste verknüpfen und daraus detaillierte Nutzerprofile generieren will. Die berechtigte Kritik hat der Kollege Stadler bereits vor einigen Wochen anschaulich zusammengestellt.

Google zeigt sich jedoch unbeeindruckt und spielt auf Zeit. Da Politik und Datenschützer sich die Zähne ausbeißen, ist der Internet-Nutzer auf sich alleine gestellt. Er hat die Wahl:

  1. Die Profilbildung und umfangreiche Datensammlung akzeptieren
  2. Seine Google Accounts bis heute „aufzuräumen“ etwa die Web-Historie oder bei Youtube oder
  3. Man löscht zusätzlich seinen gesamten Google Account

Ich habe mich heute für die dritte Alternative entschieden. Nicht weil ich in Google den großen übermächtigen „evil“ Feind sehe, sondern weil ich auch künftig Herr meiner personenbezogenen Daten bleiben will. So oder so eine Herausforderung. Gerade im Internet. Aber dazu am Ende mehr.

Ich war nie ein großer Nutzer der registrierungspflichtigen Google Dienste. Der GMail-Account war hauptsächliche Newsletter-Grab, Googles Geisterstadt+ hatte ich bereits vor einigen Tagen verlassen, da nach einer anfänglichen Neugier der Mehrwert eines zusätzlichen SocialMedia Accounts schnell verpufft war.

Google bietet alles in allem gute Produkte an, doch wen man mal anfängt sich das Google Dashboard genauer anzusehen, dann findet man viele Daten und Altlasten. Google hat ohne Zweifel bereits heute jede Menge personenbezogene Daten über mich. Aber will ich, dass Google all diese Daten, die teilweise bis 5-6 Jahre alt sind, zu einem Profil verknüpft und anhand dieser Daten Werbung und Suchergebnisse personalisiert? Gerade die mit Google+ eingeführte personalisierte Suche bietet dabei das Potential die Informationsfreiheit des Nutzers einzuschränken, wenn dies in einiger Zeit mal anhand des eigenen Profils erfolgen könnte… eine (für mich) beunruhigende Entwicklung.

Das große Problem bei der künftigen Datenhandhabe, bei der eh schwer überschaubaren Datenerhebung wird es wohl künftig noch viel schwieriger (etwa durch das Löschen von Altdaten) die Personalisierung zu beeinflussen oder gar abzuschalten. Das ist allerdings Voraussetzung dafür, dass ich als Nutzer, Herr meiner personenbezogenen Daten bleibe. Ich muss die Entscheidungsfreiheit haben, welche personenbezogenen Daten von mir, von wem, zu welchem Zweck und wie lange verwendet werden. Um Herr seiner Daten  zu bleiben, sollte man sich zudem nicht in die (unfreiwillige) Abhängigkeit eines übermächtigen Diensteanbieters begeben. Googles Dienste sind gut, aber sie sind nicht unersetzbar. Die Entscheidung war daher schnell getroffen.

Ein Leben ohne Google? Bislang fühlt es sich gut an.

Quo vadis Datenschutz?

Im öffentlichen Fokus des Datenschutzrechts stand letztes Jahr eindeutig der Datenschutz bei SocialMedia. Da war zunächst die überraschende Ankündigung des hamburgischen Datenschutzbeauftragten, dass Google Analytics nach knapp zweijährigem Streit nun endlich datenschutzkonform nutzbar sei. Die Ankündigung war überraschend, weil die Zeichen in den Monaten zuvor  eher auf Konfrontation zwischen Google und dem Datenschützer standen. Doch die präsentierte Lösung erscheint bei genauerem Hinsehen mehr als fragwürdig. Nicht nur erschwert es den Nutzern aufgrund formaler Hürden den Einsatz von Google Analytics, auch wirft die Lösung neue Fragen auf, ob das gewählte Verfahren tatsächlich datenschutzkonform oder lediglich ein „politischer“ Kompromiss ist.

Das große Thema des Jahres war allerdings der Streit zwischen Facebook und dem schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten Weichert. Nach Auffassung des Datenschützers ist der Einsatz von Facebook Seiten und des Like-Buttons datenschutzrechtlich unzulässig, da hier bereits mit der IP-Adresse personenbezogene Daten in unzulässiger Weise erhoben und verarbeitet würden. Weichert bringt damit die alte Diskussion über den Personenbezug von IP-Adressen wieder in volle Fahrt. Aber auch die Frage der Verantwortlichkeit bei der Erhebung von Daten über iFrames wird dabei neu thematisiert.

Beide Fälle haben verdeutlicht, dass es nicht darum geht, komplexe technische Sachverhalte datenschutzgerecht abzubilden oder lange bestehende Rechtsfragen gerichtlich zu klären, sondern über medienwirksame Aktionen eigene Rechtsansichten durchzusetzen. Ob dies auf Dauer erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Mit dem Ergebnis von Google Analytics vor Augen, sollte man jedoch nicht allzu viel Klarheit im Datenschutzrecht erwarten.

Währenddessen schreiten technische Entwicklung und Nutzergewohnheiten unbeirrt fort, ohne dem Anschein nach große Rücksicht auf Datenschutz zu nehmen. Insbesondere im Bereich der Smartphones nehmen die Datensammlungen von Geräteherstellern, Netzprovidern und App-Anbietern drastisch zu. Beispielhaft wurde hier etwa die Datensammlung des beliebten Messengers Whats App analysiert. Aber weitere Dienste sind auf dem Weg und bieten hohes Konfliktpotential mit dem Datenschutz. Der große Hype seit Einführung des iPhone 4S sind ganz klar Spracherkennung und -steuerung. Apple hat mit Siri eindrucksvoll gezeigt, wie mächtig eine sprachliche Steuerung von Geräten sein kann und auf der CES stellen weitere Hersteller ähnliche Steuerungen vor, egal ob Smartphone, Computer oder TV.  Was ist an Sprachsteuerung datenschutzrechtlich problematisch? In vielen Fällen, erfolgt die Analyse des Sprachbefehls nicht auf dem jeweiligen Gerät sondern in mächtigen Rechenzentren, wo die gesprochenen Befehle zudem gespeichert werden.

Die Sprachsteuerung scheint dabei allerdings nur ein erster Schritt bei der „Vermenschlichung“ und persönlichen Bindung von technischen Geräten zu sein. Gesichtserkennung und umfangreiche Profilbildung, mit denen Dienste den Nutzer unabhängig vom genutzten Gerät erkennen, nehmen am Horizont bereits Anlauf. Die Datenschutz relevanten Entwicklungen nehmen daher rasant zu. Die Diskussion über die Entwicklung des Datenschutzes wird dabei dem Anschein nach zunehmends radikaler. Auf der einen Seite scheinen Nutzer bereit zu sein, mehr Daten von sich Preis zu geben um die neuartigen Dienste, die auch eine Erleichterung des Alltags sein können, zu nutzen. Auf der anderen Seite wird mit einem veralterten Datenschutz argumentiert, der letztlich zu einem Verbot solcher Entwicklungen führt.

Datenschützer, Bürger und Politiker müssen sich offen den Entwicklungen stellen und hinterfragen ob Datenschutz als Verbotsgesetz noch zeitgemäß ist, oder ob damit mittlerweile nicht eine Bevormundung der Bürger erfolgt und die geschützte persönliche Handlungsfreiheit nicht bereits unzulässig eingeschränkt wird.