Domaingrabbing und Markenpiraterie: Welcome to the Zune

Kaum wird im IT- und Medienbereich ein neues Produkt vorgestellt, schwärmen die Domaingrabber und Markenpiraten aus. Was sie noch bekommen können, reißen sie sich unter die Nägel. So auch im Fall von Microsofts iPod-Konkurrent Zune. In der Schweiz scheint dies ein „Markenpirat auf Irrfahrt“ getan zu haben, berichtet das Markenblog. Das pikante: Er betreibt ein Dienstleistungs- und Computerunternehmen dessen Name auf den Rivalen Apple hinweist.

Die Chance, dass der schweizer Markeninhaber mit seiner Marke glücklich wird (sprich viel Geld bekommt), ist allerdings zu bezweifeln. Da die Schweiz Unterzeichnerin des Madrider Abkommens über die internationale Registrierung von Marken ist, können rechtzeitig angemeldete Marken in anderen Mitgliedsstaaten, einer Eintragung entgegen stehen. Microsoft hat die Marke „Zune“ bereits in den USA und Deutschland eintragen lassen. Daher ist anzunehmen, das viel Geld fließen wird: an Anwälte.

Sensation und Einheitsbrei: Alfred Biolek über die Medien unserer Zeit

Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gab Alfred Biolek anlässlich seines Karriereendes ein Interview. Darin bemängelt er die aktuelle Medienlandschaft mit all den Beckmanns und Kerners dieser Welt. Minderjährige Vergewaltigungsopfer oder Natascha Kampusch gehören (zu Recht) nicht ins Fernsehen. Außerdem sei das Fernsehen von heute vor allem eines: austauschbar! Formate, Sender und Moderatoren seien kaum noch von einander zu unterscheiden.

Mit seinem Abschied von der Mattscheibe wird in Zukunft alles noch eintöniger und vielleicht geht es einem bald wie Biolek: „Wenn ich mal einen Abend alleine bin, lese ich lieber ein Buch.“

Flaggensymbolik: Was man zeigt bzw. nicht zeigt!

Jurabilis stimmt dem Bildkommentar bei n-tv zu, hier fehle die deutsche Flagge und Frankreich ließe es an Feingefühl missen.

Doch zeigen die Medien nur was sie gerade wollen. Frankreichs „Flaggensymbolik“ klammerte die Europaflagge zwischen die Flaggen Deutschlands und Frankreichs. Wenn der Fotograf natürlich nur einen Ausschnitt (4 Flaggen für 3 Personen) nimmt, dann fehlt halt eine. In den 20 Uhr Nachrichten des französischen Staatsfernsehen rückte dafür die russische Flagge an den Bildrand, wie man hier sieht:

Flaggensymbolik

Google verliert in Belgien auf ganzer Linie

Der Gedanke ist verlockend: Eine Suchmaschine die einfach alles im Internet auffindet und dazu auch noch möglichst einfach. Technisch einfach wäre ein sehr präziser Suchalgorithmus der das Netz durchkämt. Doch Google geht noch weiter: Es muss auch eine benutzerfreundliche Suche sein. Deshalb gibt es u.a. eine spezielle Such-Engine für Nachrichten. Schlagzeilen und Artikelanriss werden dabei im Google-Cache gespeichert.

Dagegen hatte ein belgischer Verlag vergangene Woche erfolgreich geklagt. Google verstößt damit gegen das belgische Urheberrecht, da der Verlag kein Nutzungsrecht für solch eine Nutzung erteilt habe. Das Gericht ordnete an, die entsprechenden Artikel sofort aus dem Angebot zu entfernen und das Urteil auf der Startseite von google.be bekannt zu geben.

Letzteres verweigerte Google bis der amerikanische Riese das nächste Urteil kassierte. Unter Androhung eines neuen Bußgeldes wurde die Beschwerde abgelehnt. Widerwillig hat Google nun das Urteil in kleinster Schrift und ohne Absätze auf seiner Seite eingestellt.

Ist der Transrapid ein Sicherheitsrisiko?

Die ARD veranstaltete zu dem tragischen Unfall auf der Teststrecke (!) im Emsland einen Brennpunkt zur besten Sendezeit. Es ist der erste Unfall mit Personenschaden in der Geschichte des Transrapid. Wie bei der Concorde im Jahre 2000 ist der Unfall ein gefundenes Fressen für die Medien. Ein Desaster für das sicherste Verkehrssystem der Welt konstatiert heute in ähnlicher Weise zum Beispiel spiegel online.

Der Transrapid ist trotz seiner bahnbrechenden Innovationen eine Todgeburt. Eine wirkliche Zukunft hat das Projekt schon lange nicht mehr. Auch das Geschenk der Bundesrepublik an Shanghai oder bayerische Nahverkehrsüberlegungen haben daran nichts geändert. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit tendiert auch nach dem heutigen Unfall gegen null. Damit sind das einzig tragische an dem heutigen Ereignis die persönlichen Schicksale der Opfer. Aber lässt sich damit ein Brennpunkt begründen?