Facebook 3.1: Mit einem Klick werden lokale Kontakte synchronisiert

Soziale Netzwerke und Datenschutz gehören zu den Dauerbrennern und Spannungsfelder dieser Tage. Erst vor kurzem hat das solziale Netzwerk Facebook seine kompletten Datenschutzvorrichtungen geändert um dem Nutzer größere Kontrolle über seine Daten zu ermöglichen. Zwar war die Umstellung nicht ganz ohne, denn wer nicht sorgsam achtete, hatte mehr Daten öffentlich zugänglich als vorher, doch im Prinzip kann man mit dem neuen Privacy-Modell nun jeder einzelne Beitrag einem mehr oder weniger großen Publikum verfügbar machen.

Wer sich dem Datenschutz verpflichtet fühlt, sollte allerdings nicht nur mit medial groß angekündigten (aber letztlich nur leicht veränderten) Privatsphärenverbesserungen für sich werben sondern auch den Schutz der Daten wirklich ernst meinen. Dazu gehört eigentlich auch ein möglichst geringer Datenhunger. Sollte man meinen.

Das eben veröffentlichte Update 3.1 von Facebook für das iPhone spottet diesem Grundsatz allerdings schon in den Release Notes: „Sync friends with your address book“ heißt eine der beiden Neuerungen. In den Einstellungen heißt es dann nur lapidar „Füge Facebook Profilbilder und Links zu deinen Kontakten hinzu“. Das klingt harmlos. Doch was kommt denn dann?

Eine Einwilligungserklärung. Ein Novum bei Facebook. Aber wozu eigentlich? Es sollen doch nur Daten von Facebook in das eigene Adressbuch kopiert werden…? Der Hinweistext belehrt einen besseres. Zunächst werden nämlich sämtliche Kontakte aus dem Adressbuch an Facebook gesendet. Was passiert mit den Daten dort? Bestenfalls sollten die Daten dort mit der Freundesliste abgeglichen werden, der App mitgeteilt werden, welche Kontakte bearbeitet werden können und die Daten anschließend gelöscht. Mehr eigentlich nicht. Jedenfalls erfolgt der Download des Profilbildes eines Kontaktes ganze ohne die Zustimmung des jeweiligen Nutzers. Schnell und unkompliziert, sind Bilder und Daten, die man auf Facebook eingestellt (und auch nur dort wähnt) lokal im Adressbuch gespeichert. Da nutzt der Hinweis, dass man doch bitte vorher die Zustimmung der „Freunde“ einholen möge, nicht wirklich viel weiter. Eine antizipierte Einwilligung kennt das Datenschutzrecht nicht. Unklar ist, inwiefern man selbst beeinflussen kann, ob etwa das eigene Profilbild von anderen in lokalen Adressbüchern gespeichert werden kann. Eine Einwilligung der synchronisierten Nutzer holt Facebook nicht ein. Es wäre allerdings nur logisch, wenn Facebook sich hier an die Vorgaben der Nutzer in den „Privatsphäre Einstellungen“ halten würde. Der Hinweistext suggeriert etwas anderes… leider.

Die nächste Irreführung wartet auch schon, wenn man sich die Möglichkeiten anschaut „Ich stimme nicht zu“ und „ich stimme zu“. Die erste rot hinterlegt, die andere Schwarz. Rote Tasten sehen immer irgendwie gefährlich aus, oder? Da drückt man intuitiv erstmal auf die schwarze Taste, da kann nicht viel passieren… denkt man.

5 Antworten auf „Facebook 3.1: Mit einem Klick werden lokale Kontakte synchronisiert“

  1. Eine solche Einwilligung kann aber schon in den Nutzungsbedingungen von Facebook enthalten sein. Diese sind aus meinem Gedächtnis heraus schon sehr weitgehend formuliert, sollten aber auch genau dieses Gebaren von Facebook decken.

  2. Danke für Erläuterung. Bin gerade dabei meinen touch upzudaten, lade natürlich auch die facebook app und stolpere nebenbei [übrigens auch via facebook :-)] über deinen Artikel. Jetzt weiss ich wenigstens was, nach dem Update zu tun ist … ;-)
    grüsse shoeibi

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