Wer im Spiegel-Haus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

Nachdem in den letzten Tagen der „Wiki-Scanner“ für Aufsehen sorgte, weil damit festgestellt wurde, dass Politik und Geheimdienste Artikel der Wikipedia zu ihren Gunsten aufpolieren, hat sich Spiegel.Online zum brutalstmöglichen Aufklärer erklärt und fordert sogar seine Leser auf, weitere Manipulationen in der Wikipedia aufzudecken.

Das ließ sich Stefan Niggemeier nicht zwei mal sagen und machte sich auf die erfolgreiche Suche:

Der Spiegel-Verlag manipulierte selbst die Wikipedia.

Ganz großer Journalismus!

3 Antworten auf „Wer im Spiegel-Haus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“

  1. Naja. Er hat zwei (in Worten: zwei!) Einträge gefunden. Und nicht mal beim Spiegel oder bei Spiegel Online, sondern nur beim Manager-Magazin. Da hat also irgend so ein Manager-Magazin-Mitarbeiter was bei Wikipedia geändert. Daraus einen Skandal zu machen – absurd. „Spiegel-Verlag manipulierte…“ ist sowieso Quatsch. Jemand, der mit einer IP des Spiegel-Verlags gesurft ist, hat in zwei (!) Einträgen was geändert. Manipulation ist etwas anderes.

  2. Ich finde das auch keinen Skandal, sondern nur eine witzige Geschichte.

    Und wenn alle aufhören würden, über Dinge zu schreiben, bei denen ihr eigener Laden vielleicht auch keine blütenreine Weste hat, dann würde bald gar keiner mehr irgendwas schreiben. Nein: Auch aus dem Glashaus darf man mit Steinen werfen, finde ich.

  3. Mhm… einen Skandal wollte ich daraus eigentlich auch nicht machen.

    Ok, die etwas reißerische Formulierung „Manipulation“ möge man mir verzeihen. Aber aus dem Wort „Manipulation“ gleich auf einen Skandal zu schließen, finde ich jetzt übertrieben. Denn letztlich ist es ja in gewisserweise eine Manipulation, wenn Firmen in Wikis Beiträge zu ihren Gunsten editieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Firmen (ich meine jetzt nicht den Spiegel) dabei das ganze dann meist noch mit einem Link spicken um damit auch gleich Backlinks zu erzeugen und Suchmaschinen zu beeinflussen.

    Was die nicht ganz blütenreine Weste angeht, so ist es in der Tat kein Grund über etwas nicht zu schreiben. Aber sollte man dann nicht vielleicht vorher selbst recherchieren, ob man betroffen ist und dann ggf. seine Wortwahl entsprechend abwägen? Oder gerade in dem Fall, den Unbill der Aktion bzw. generell die Objektivität der Wikipedia hinterfragen?

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