Betreiber des StudiVZ mit einem Bein im Gefängnis?

Das StudiVZ sollte eigentlich nach dem Kauf durch Holtzbrink in ruhigere Fahrwasser geleiten. Dies schien sich mit dem Ausscheiden des umstrittenen Gründers auch zu bestätigen.

Doch dann kündigte das StudiVZ eine Änderung seiner AGB und Datenschutzrichtlinie. Angeblich im Einklang mit einer Gruppe Usern. Doch die AGB und Datenschutzerklärung entpuppen sich als wahrer Skandal, wie der lawblogger Udo Vetter aufdeckt. Die neuen AGB führen klamm heimlich Vertragsstrafen ein, die entweder im Ermessen des Gerichts gestellt werden oder gar mit bis zu 6.000,- Euro beziffert sind. AGB die so wohl nicht mit dem BGB in Einklang zu bringen sind, da es sich unzweifelhaft um überraschende Klauseln handelt.

Aber die Datenschutzerklärung ist keineswegs besser, wie sich nun rausstellt, denn die dort getroffene Einschränkung des Datenschutzes bei einem möglichen Verstoß gegen vorgenannte AGB könnte ein Verstoß gegen das TKG sein, welcher mit einer Strafe bis zu 5 Jahren geahndet werden kann.

Anscheinend setzt man auch bei den neuen Betreibern des StudiVZ auf die Macht der Negativschlagzeilen. (Vielleicht sollten sie sich von Freshfields beraten lassen? ;-) )

Das StudiVZ steht mit solchen Geschäftsgebaren allerdings nicht alleine. AOL durchforstet schon seit Jahren Messages seines Nachrichtendienstes und seiner Onlineplattform. Andere Communityprojekte handeln ähnlich. Doch die meisten Nutzer interessiert dies nicht, sie nehmen es schulterzuckend mit den Worten „Was ich da schreibe ist eh nicht privat“ zur Kenntnis. Willkommen in einer Welt aus gläsernen Usern.

Update: Vetter vs StudiVZ geht in die nächste Runde.